c't testet vier aktuelle Linux-Distributionen
Linux nun auch für Nur-Anwender geeignet
Hannover, 13. Januar 2000 - Linux ist ein gutes Stück
erwachsener geworden, stellt das Computermagazin c't in
seiner aktuellen Ausgabe 02/00 bei einem Test
unterschiedlicher Distributionen fest. Auch reine Anwender ohne
Programmier-Ambitionen dürften mit der Installation
zurechtkommen. Ganz so problemlos wie Windows lässt sich
Linux auf dem Desktop jedoch nicht an.
Linux-Distributoren werben nun außer für die klassischen
Vorzüge wie Stabilität, Sicherheit und weitgehende Konfigurierbarkeit
auch mit einfacher Installation und ausgereiften Desktop-Umgebungen.
Dabei ist das eigentliche Betriebssystem, der Linux-Kernel, bei
verschiedenen Distributionen quasi dasselbe. Deutliche
Unterschiede gibt es hingegen beim Installationsprogramm,
der Vorkonfiguration des Systems sowie bei Umfang
und Integration der mitgelieferten Anwendungen - kurzum, all
dem, was aus einem nackten Linux eine Distribution macht. c't
testete die vier aktuellen Distributionen Caldera OpenLinux 2.3,
Corel Linux OS 1.0, Red Hat 6.1 und SuSE 6.3 hinsichtlich
dieser Kriterien.
Die einfachste Installation für den Anwender bietet Corel. Allerdings
lässt diese Distribution dem Anwender die geringste
Auswahl an Anwendungen und nur wenige Möglichkeiten der
individuellen Systemanpassung. Das Linux von SuSE hingegen
ist nicht so einfach auf die Festplatte zu bringen; verlässt man
sich auf die Vorgaben des Installationsprogramms, erhält man
ein kaum brauchbares System ohne Online-Hilfe und Drucksystem.
Dafür glänzt die Distribution mit einer guten Anpassung
an deutsche Verhältnisse, dem besten Handbuch und einer
konkurrenzlosen Software-Auswahl.
Einen runden Eindruck hinterlässt Calderas OpenLinux, das als
einziges die gesamte Hardware des Testsystems erkannte und
optimal konfigurierte. Bei einem Minimum an Benutzereingaben
erhält man ein sehr gut eingerichtetes System. Red Hats Installer
zeigt seine Qualitäten vor allem, wenn man sich schon bei der
Installation ein individuelles System zusammenstellen möchte,
ohne gleich in die Tiefen von Linux einzutauchen.
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Dr. Oliver Diedrich (c't-Redaktion)
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